Verkauft Gerhard Berger die DTM?

Die Gerüchte kursieren im Fahrerlager. Kolportierter Hintergrund: Nach Jahren der Schwierigkeiten erlebt die Traditionsrennserie sportlich mit 29 Autos und sechs Marken ein echtes Hoch. Der Zeitpunkt scheint günstig, wenn Berger die Intention hätte, ein funktionierendes Produkt abzugeben.

Gerhard Berger
Gerhard Berger (© DTM)

Zu den kursierenden Gerüchten musste der Tiroler beim Auftakt der DTM in Portimao lachen: «Ich habe mein ganzes Leben Dinge gekauft und verkauft.» Um ernsthaft zu präzisieren: Es gehe überhaupt nicht um einen Verkauf seiner Rechte an der Serie, sondern um das Finden eines strategischen Partners – ist gleich Investor – für das E-Projekt, «das richtig kostspielig ist».

Das Konzept stehe zu «80 bis 90 Prozent», so Berger. Die Entwicklung des Elektroboliden soll bis 2023 abgeschlossen sein (ohne Hersteller-Unterstützung), Rennen können damit frühestens 2024 stattfinden. Diese zweite Stufe erfordert aber Partner. Mit der DTM Electric sollen nicht nur Fans, sondern auch Hersteller und Sponsoren angesprochen und angezogen werden. Die Formel E sei «zu langsam, zu unspektakulär für den Fan», so Berger. Berger weiter: «Es kann nur funktionieren, wenn der Sportler wieder ins Schwitzen kommt und an seine Grenzen stößt. Das hätten wir mit dem 1000-PS-Auto. Ich glaube, dass dem Fan recht ist, wenn die Leistung aus einem nachhaltigen Antrieb kommt. Aber er will Leistung und schnellen Motorsport sehen.»

Berger: «Ich will die DTM noch einige Schritte weiter voranbringen. Einer davon ist das E-Projekt.» Das aber allein nicht zu stemmen sei, wie er durchblicken lässt. Als Rückschlag, der ihn zum Überdenken seiner Rolle als DTM-Chef bringen könnte, nannte Berger «das Nicht-mehr-Mitziehen der Fans. Wenn deren Interesse massiv zurückgeht, muss man reagieren.»

(Quelle Speedweek.com | Von Andreas Reiners und Gerhard Kuntschik 05.05.2022)

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