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DICO-Rallye Revival 2020

Mo 06.07.20 - Sa 11.07.20

Die Geschichte der DICO-Rallye …

(Quelle: Adventure-Magazin, Autor Helmut Dähne)

1966 organisierte ein Mann namens Klaus Becker für seine Freunde eine Ausfahrt von München nach Terlan im Etschtal. Er nannte sie DICO-Rallye. Das Kürzel stand für „Dillenberg & Co.“, einem recht aktiven Motorrad-Zubehörgeschäft dessen Inhaber er war. Die Idee zu dieser Orientierungsausfahrt hatte ACM-Clubkamerad und BMW Werksfahrer Karl Ibscher.

Becker, ein echter Berliner, fuhr damals aktiv um die Deutsche Beiwagen-Geländemeisterschaft, musste sich aber meist seinem Münchner Freund und Fahrer des BMW-Werksgespannes, Karl Ibscher/Jupp Rettschlag, geschlagen geben. Karl Ibscher stiftete den einzigen Pokal den es damals zu gewinnen gab. Das Ziel nach Terlan zu legen war seine Idee. Der Ort war Karls zweite Heimat.

Auf Umwegen führte die vorgeschriebene Strecke zum Ziel. Kontrollpunkte gab es auf der Strecke. „Ob und wie ein Nachweis für die Anfahrt der Punkte erbracht werden musste weiß heute keiner mehr. Ich meine wir mussten einen Stempel von irgendwelchen Wirtschaften einholen. Jedenfalls fuhren fast alle zusammen und es gab nur die eine Route. Eine Sonderprüfung, nach dem Muster des Geländesportes (heute Enduro), wurde ausgefahren. Wer am schnellsten durch den steilen Hohlweg von Terlan zum Bergbauern Lagar fuhr, sollte der Sieger werden. Der Weg war damals so steil und schwierig, dass er gar nicht von allen Teilnehmern gemeistert wurde. Die Bedingungen waren auch dadurch erschwert, dass alle Fahrer auf Straßenmotorrädern mit Straßenreifen unterwegs waren. Enduros oder deren Reifen gab es noch nicht. Geländemaschinen schon, aber nicht zu kaufen“ so Helmut Dähne heute.

Im Jahr danach gab es dann ein Reglement. Die Fahrzeit war limitiert auf 9 Stunden. Wer auch nur eine Minute überzog fiel aus der Wertung. Verschiedene Kontrollpunkte, kreuz und quer verteilt, konnten angefahren werden. Dafür gab es Punkte in unterschiedlicher Höhe. Ob man auch wirklich dort war, musste in der Kontrollkarte, die jeder mitführte, mit dem dort aushängenden Stempel bestätigt werden. Die Strecke wurde erst am Abend vor der Veranstaltung bekannt gegeben und war so ausgewählt, dass man sich für eine Route entscheiden musste, von der man glaubte, sie in neun Stunden schaffen zu können. Alle zu erreichen schien fraglich.

1969 wollte Klaus Becker sich die Arbeit nicht mehr aufhalsen und die Veranstaltung nicht mehr weiter durchführen. Helmut Dähne und den anderen 22 Leuten die dabei waren, machte die Rallye so viel Spaß, dass Dähne beschloss, ab 1969 die Organisation zu übernehmen. Zunächst beließ er es bei dem Namen DICO-Rallye, in der Hoffnung Becker würde die Rallye vielleicht doch wieder mal weiterführen. Es blieb bei der Hoffnung, seit damals ist Helmut Dähne der der Veranstalter und bald hieß die Veranstaltung „Metzeler Dolomiten-Rallye“ obwohl sie seit 1983 aufgrund der Sperrung aller Sandstraßen in den Dolomiten zu neuen Gebieten zwang, nicht mehr dort stattfindet.

1987, nach der 21. Rallye wollte auch Dähne aufgeben und rief die letzte Rallye aus. Die Belastung war schon recht ordentlich: Beruf, Motorsport und auch noch eine Großveranstaltung, 1988 gab es dann auch keine. Die Freunde des gesellschaftlichen Teiles drängten und man wollte sich wenigsten nur locker treffen, ohne Veranstaltungsdruck! 1989 und 1990 lud Dähne zu Treffen nach St. Kassian, in die Region, wo bereits neun Rallyes abliefen. Schließlich fehlte Helmut Dähne etwas, er kam nicht mehr zum Enduro fahren. Die Aufgabe fehlte. Ohne Ziel einfach irgendwo umher zu fahren das war nicht sein Ding, also machte er auf Sparflamme im Zwei-Jahres-Turnus weiter. Stationen der Rallye waren nach St. Kassian, St. Jakob im Defereggental, der Gardasee, Bormio, Bled in Slowenien, Boario Terme in den Bergamasker Alpen, und dann die Toskana.

Es ging bei der Rallye darum, in einem großen Gebiet in zwei Tagen möglichst viele Punkte zu erzielen. Die gab es für das Finden und Anfahren von Kontrollpunkten. Eine Fahrerbesprechung mit Diashow, Kartenmaterial und ein Roadbook halfen dabei, die Route stellte sich der Teilnehmer nach eigenem Ermessen selbst zusammen. Abhängig von den Schwierigkeitsgraden die er sich zutraute und der Strecke die er zu schaffen glaubte. Täglich standen 30 Ziele zur Verfügung, gerade mal die Hälfte schafften die Besten, Zeitüberschreitung wurde mit Punkteabzug belegt. Vorzeitige Zielankunft bringt innerhalb einer Stunde vor der Soll-Zielzeit Pluspunkte.

Mit der 36. Rallye am 3./4. Oktober 2013 endete die Geschichte eines „Jahrhundertereignisses“, so nannte es Rüdiger Gutsche (BMW-Chefkonstru-kteur über Jahrzehnte) im ACM-Echo.

… und die heutige Umsetzung zum 54. Jubiläum im Jahr 2020

Wir haben die meisten alten Elemente der ersten DICO-Rallye eingebaut, jedoch „verschonen“ wir Euch mit der großen Geländeprüfung (Terlan) … Ihr und Eure Bikes sollen in den nächsten Tagen noch brauchbar sein, ganz zu schweigen von den teilnehmenden Autos! Die Rallye ist für Motorräder, aber auch Autos geeignet, „normales“ Fahrkönnen genügt, dafür ist aber ein scharfer Verstand mit Navigationsfähigkeit und Kombinationsgeschick sehr „hilfreich“. Dagegen ist „Fahrzeugbeherrschung“ am Track-Day gefragt …


Ablauf und Inhalte der Revival-Rallye

Folgend ein erster Abriß der aktuellen Planung (Änderungen vorbehalten – Detailierte Ausschreibung und Nennung folgt)

Tag 0 · So 05.07.20 · Come-together-Abend aller Teilnehmer

Die BMW Motorrad Days sind zu Ende und wer dies nicht schon in den beiden letzten Tagen getan hat, kann bei einem gemeinsamen Abendessen alle Teilnehmer kennenlernen, teilnehmende Einzelfahrer können Anschluß an eine Gruppe finden … ganz generell wird es ein lustiger Abend voll Spannung und Vorfreude!

Tag 1 · Mo 06.07.20 · Zielfahrt von GAP (D) nach Südtirol (ITA)

  • Wie beim historischen Original haben wir eine Reihe von Checkpoints angelegt, die es abzufahren gilt; daraus ergeben sich unterschiedliche Streckenführungen mit unterschiedlichen Schwierigkeitsgarden … es gilt anhand der Karten zu entscheiden, welche Strecke und damit welche Punkte man sich „zutraut“; man kann also viele einfache Punkte sammeln oder wenige mit hohem Schwierigkeitsgrad und damit auch viele Punkte sammlen!
  • Ebenso gilt eine Höchstfahrzeit von 9 Stunden, Fahrzeit-Unterschreitung gibt Pluspunkte, Fahrzeit-Überschreitungen geben Strafpunkte für die Wertung.
  • Abweichend vom Vorbild haben wir verschiedene Routen angelegt,
    • die Originalstrecke, die nur von sehr guten Fahrern in der Sollzeit bewältigt werden kann und
    • eine Alternativroute mit 2 Varianten.

Die Teilnehmer entscheiden anhand der beim Start ausgehändigten Fahrtunterlagen, welche Route sie wählen werden.

  • Eintreffen der Teilnhemer ab 08:00 Uhr am Startpunkt (hier zur Einstimmung Möglichkeit für ein italienisches zweites Frühstück), 08:30 Uhr Fahrerbesprechung und Ausgabe der Fahrtunterlagen (Karten, Roadbook, Stempelkarte etc.).
  • 09:00 Uhr Start in GAP
  • 18:00 Uhr späteste Ankunft am Ziel
  • 19:30 Uhr gemeinsames Abendsessen

Tag 2 · Di 07.07.20 · „Sattelrast“ …

Vorbereitung auf die nächsten Wertungsprüfungen anhand der Hinweise vom Vorabend, Erholen, Relaxen und Erkunden der Umgebung auf eigene Faust; alternativ sind auch Tourenvorschläge erhältlich. Am späten Nachmittag geht es zu einem befreundeten Bergbauernhof, wo wir eine exklusive Speck- und Wurstverkostung bekommen und natürlich gibt es dort auch diverse Weine und hausgemachte Säfte. Wer will kann sich vor Ort mit diesen Schmanklern eindecken aber auf Wunsch werden Eure Bestellungen auch nach Garmisch geliefert, wo Ihr sie am Heimweg mitnehmen könnt. Erfahrungsgemäß werden beide Möglichkeiten gerne wahrgenommen …

Tag 3 · Mi 08.07.20 · Pässe-Hopping Trentino

Nach dem Ruhetag von gestern können wir heute wieder frisch angreifen und natürlich ist für alle Genres etwas dabei … in Leistungsgruppen werden alle einen tollen Tag erleben. Die Gruppen werden nicht starr eingeteilt, sondern jede(r) kann sich nach eigenen Vorlieben dort anschliessen, wo er sich wohlsten fühlt … ob Kurven-Junkie oder kilometerfressender Speedfreak, Cafeteria-Fan oder Blümchenpflücker – alle kommen auf „ihre Kosten“!

Tag 4 · Do 09.07.20 · Track-Day

Am heutigen Tag absolvieren wir diverse Sonderprüfungen, wie z. B.

  • Gleichmäßigkeitsprüfung auf Supermoto-Strecke und
  • Sprint-Race sowie
  • andere SP’en im alten 6-Days-Stil

Keine(r) wird überfordert und alle werden viel Spaß haben

Tag 5 · Fr 10.07.20 · Bildersuchfahrt Trentino und Abschlußabend mit Siegerehrung

Inzwischen seid Ihr alle echte Südtirol-Kenner und habt in den letzten Tagen soviel gesehen, dass Euch die Bildersuchfahrt in der Umgebung bestimmt sehr leicht fallen wird …

Großer Abschlußabend mit Siegerehrung und Preisverleihung … Gewinner sind wir alle!

Tag 6 · Sa 11.07.20 · Heimfahrt

Nach einem letzten gemeinsamen Frühstück geht es heute wieder Richtung Heimat. Entweder geführt auf ein paar Schleichwegen abseits der Touri-Routen oder auf eigene Faust – jede(r) wie er/sie will! Alles ganz in Ruhe, damit auch die Nordlichter am Sonntag ohne Streß gesund nach Hause kommen.


Sonstiges

Während der ganzen Veranstaltung dient unser gemeinsames Hotel als „Fahrerlager“, untergebracht in Einzel- oder Doppelzimmern werden wir dort auch täglich Frühstück und Abendessen bekommen.

Für unser Wohlbefinden erwarten uns eine riesen Saunaanlage mit Schwimmbad im Untergeschoss sowie ein weiteres Schwimmbad im 5. Stock auf der Sonnendachterrasse.

Daneben verfügt das Hotel über genügend Unterstände für die Motorräder sowie Platz für die Autos in der Tiefgarage.

Es werden Doppel- und Einzelzimmer reserviert, die über unser Rennbüro vermittelt werden können; preislich liegen wir

  • pro Person und Tag
  • inklusive aller Abgaben,
  • einem großen Frühstücksbüffet,
  • Abendessen mit 3-Gänge-Menü,
  • Wellnessbereich und
  • Nutzung der Tiefgarage
  • bei ca. 70,00 € Doppelzimmer
  • und Einzelzimmer ab ca. 85,00 €

Details

Beginn:
Mo 06.07.20
Ende:
Sa 11.07.20
Veranstaltungskategorien:
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Veranstalter

BMW Club Garmisch-Partenkirchen & Oberland e.V.
Telefon:
+49 8821 9378000
E-Mail:
info@bmw-club-gap.de
Website:
www.bmw-club-gap.de

Veranstaltungsort

Südtirol
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